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Unser Herz schlägt für die Kleinsten

Die Vorteile entwicklungsfördernder Pflege

Entwicklungsfördernde Pflege ist sich der Anfälligkeit des frühgeborenen und schwerkranken Säuglings auf der neonatologischen Intensivstation bewusst und darum bemüht, die schädlichen Auswirkungen dieser Umgebung auf das sich entwickelnde Kind zu minimieren bzw. auszugleichen. Beim Übergang von der nährenden Umgebung im Uterus in die hoch technisierte Welt der Intensivstation werden Säuglinge auf physischer und sensorischer Ebene regelrecht „bombardiert“. Dadurch wird die ungestörte Entwicklung des Säuglings bedroht, die sich normalerweise in der Sicherheit des Mufferleibes vollzieht.

Mithilfe der Prinzipien entwicklungsfördernder Pflege kann das Pflegepersonal die raue Umgebung der neonatologischen Intensivstation sowohl durch eine Verringerung des Licht- und Geräuschpegels als auch durch Veränderungen in der Pflegepraxis verbessern, die auf die Bedürfnisse des Kindes und dessen anhaltende physische und psycho-emotionale Entwicklung ausgerichtet sind.



Eckpfeiler für eine entwicklungsfördernde familienorientierte Pflege sind die Einbeziehung der Familie in die tägliche Versorgung und die Zusammenarbeit zwischen der Familie und dem Arzt bei der Pflege des Früh- bzw. Neugeborenen.

Heutzutage können Ärzte ein ständig wachsendes Angebot an wissenschaftlich gestützten Praxisrichtlinien und organisatorischen Ressourcen nutzen, die sich mit den Auswirkungen der Umgebung einer neonatologischen Intensivstation und den angewendeten Pflegepraktiken auf den Behandlungs- und Wachstumserfolg befassen. Diese Informationen vermitteln Neonatologen weltweit das Wissen und die praktischen Hilfestellungen, die zur Umsetzung einer entwicklungsfördernden, familienorientierten Pflege für diese sensible Patienten- und Familiengruppe notwendig sind. Zur weiteren Unterstützung dieser Anstrengungen sind auf Anregung der Ärzte Bildungsprogramme und spezielle medizinische Produkte entwickelt worden, die die Qualität der Pflege für die kleinsten Patienten auf der neonatologischen Intensivstation und deren Familien verbessern sollen.

Die folgenden Menüpunkte bieten eine kurze Einführung in entwicklungsfördernde Pflegepraktiken und enthalten verschiedene Literaturhinweise und Quellen, die Pflegepersonen in diesem Bereich helfen, die Lebensqualität für frühgeborene und schwer kranke Säuglinge und deren Familien zu verbessern.

  • Was ist entwicklungsfördernde Lagerung?
  • Warum ist entwicklungsfördernde Lagerung lebensnotwendig?
  • Wie beruhigt man ein Früh- bzw. Neugeborenes?
  • Was kann mit nicht ernährungsbedingtem Saugen bewirkt werden?
  • Was passiert, wenn venösearterielle Zugänge schwierig zu legen sind?
  • Warum ist Punktieren mit dem Wee Sight®- Venenfinder besser?
  • Welchen Einfluss hat die Umgebung?
  • Was können wir tun?
  • Wie können Eltern besser einbezogen werden?
  • Welche Vorteile bietet ein Wickelbad*?
  • Zusammenfassung
  • Entwicklungsfördernde Produkte

  • Details


    Was ist entwicklungsfördernde Lagerung?

    Ziel der entwicklungsfördernden Lagerung ist das Beibehalten der richtigen Körperausrichtung, um die muskulo-skeletale Entwicklung zu fördern und die Atemfunktion zu verbessern. Dabei kann die Lagerung in Bauch-, Rücken- oder Seitenlage erfolgen.

    Eine richtige Lagerung kann die schädlichen Wirkungen der Schwerkraft minimieren. Die Schwerkraft schaltet die Fähigkeit des Säuglings aus, sich spontan neu zu positionieren. Daher unterstützt das Pflegepersonal normales Wachstum und normale Entwicklung durch mittige Lagerung, Aufrechterhalten der Beugung und Errichten von Begrenzungen, die die Gebärmutterwände imitieren.

    Die Lagerung auf dem Bauch kann die Zwerchfellexkursion verbessern, wodurch bei sauerstoffabhängigen Säuglingen ein höheres Lungenvolumen gefördert wird.

    Warum ist entwicklungsfördernde Lagerung lebensnotwendig?

    Eine gute Körperlagerung begünstigt eine gute muskulo-skeletale Entwicklung, fördert den Schlaf und minimiert Stress und Unbehagen.

    Bei einer nicht entwicklungsfördernden Lagerung werden die Streckmuskeln von Schultern und Hüfte kräftiger als die Beugemuskeln. Dies steht im Gegensatz zum normalen Wachstum im Uterus, bei dem die Beugekraft wegen der späteren Wirkung der Schwerkraft dominiert.

    Durch die Schulterretraktion kann der Säugling die Hände nicht zum Gesicht führen. Seine Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen, zu erforschen, Nahrung zuzuführen und soziale Kontakte aufzunehmen werden stark behindert. Hüftabduktion führt zu Geh- und Fortbewegungsproblemen.

    Eine einseitige Kopflagerung fördert die Entwicklung eines erworbenen muskulären Schiefhalses.

    Die Schädelformung hat Auswirkungen auf die Ausrichtung von Kiefer und Augenhöhlen.

    Wie beruhigt man ein Früh- bzw. Neugeborenes?

    Nicht nutritives Saugen (NNS) mit oder ohne Saccharose hilft, Frühgeborene und Säuglinge im Alter von bis zu 6 Lebensmonaten zu beruhigen.

    Bei frühgeborenen Kindern haben sich bei nicht nutritivem Saugen besonders positive Auswirkungen im Zusammenhang mit der Dauer des Krankenhausaufenthaltes, dem Übergang zur oralen Fütterung und der allgemeinen physiologischen Stabilität gezeigt.

    Die überaus positive Wirkungen von Saccharose hinsichtlich der Minimierung von Schmerzen bei Eingriffen und Therapiemaßnahmen für die Kleinsten sind gut dokumentiert.

    Was kann mit nicht ernährungsbedingtem Saugen bewirkt werden?

    In der Fachliteratur gibt es Hinweise darauf, dass nicht nutritives Saugen (NNS) eine Menge bewirkt:

  • Verbesserung der Gewichtszunahme
  • Verminderung der Aufenthaltsdauer im Krankenhaus
  • Verkürzung der Zeit bis zur oralen Fütterung
  • Erhöhung der Fütterungstolleranz
  • Verbesserung der Fähigkeit zur Interaktion
  • Förderung der physiologischen Stabilität
  • In der Fachliteratur werden Saccharose verschiedene positive Eigenschaften zugeschrieben:

  • Es verringert das Schreien (Auftreten und Länge) und die beim Schreien verbrauchte Energie
  • Die mit Unruhe verbundene motorische Aktivität wird vermindert, die Herzfrequenz wird gesenkt

  • Was passiert, wenn venösearterielle Zugänge schwierig zu legen sind?

    Wiederholte Nadelstiche bei der Suche nach der geeigneten Punktionsstelle können Verletzungen verursachen und verlängern die Stresssituation für das Kind.

    Warum ist Punktieren mit dem Wee Sight®- Venenfinder besser?

  • Er bietet eine sehr gute Visualisierung der Venenverläufe, so dass Stichversuche automatisch reduziert werden
  • Durch seine Form lässt er sich leicht um die winzigen Gliedmaßen des Früh- bzw. Neugeborenen herum anbringen
  • Er ist so klein, dass er in einem Inkubator eingesetzt werden kann
  • Das Kaltlicht schützt Babys vor Verbrennungen

  • Welchen Einfluss hat die Umgebung?

    Das frühgeborene Kind hat vor der 30. Schwangerschaftswoche keinen Pupillenreflex und zwischen der 32. und 34. Schwangerschaftswoche nur unbeständige Reaktionen.

    Auf Grund der Entwicklungsabfolge des neurosensorischen Systems kann sich eine vorzeitige visuelle Stimulation (vor der 38. Schwangerschaftswoche) negativ auf die Gehörsystementwicklung auswirken. Zusätzlich gefährden hochfrequente Geräusche, die auf einer Intensivstation eine Konstante darstellen, das Hörpotenzial des Frühgeborenen.

    Was können wir tun?

    Der Umgebungslichtpegel sollte unbedingt auf 645 LUX (Lumen/m²) reduziert werden. Die American Academy of Pediatrics empfiehlt, dass der Lärmpegel auf einer neonatologischen Intensivstation nicht höher als 50 dB sein darf.

    Eine weitere Möglichkeit wäre:
    Die Verwendung eines besonderen Augenschutzsystems nach Augenhintergrund- (Funduskopie) oder ROP (Frühgeborenen-Retinopathie) Untersuchungen und bei Einwirkung hellen Lichts. Eine Lichtschutzmaske, die die Augenhöhlen umschließt, statt flach auf dem Auge anzuliegen, verringert den Druck auf den Augapfel und ermöglicht so ein normales Öffnen und Schließen des Auges.

    Wie können Eltern besser einbezogen werden?

    Eltern können z.B. angeleitet werden, ein Wickelbad mit ihrem Kind durchzuführen. Ein Wickelbad ist ein stressfreier Vorgang, der die Eltern-Kind-Bindung fördert. Kompetenz und Selbstvertrauen der Eltern bei der Pflege ihres Säuglings ist unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Entlassung.

    Als weitere Möglichkeit können Eltern Ihr Kind mit einem Nuckeltuch (z. B. Snoedel® von Childrens Medical) versorgen. Das Tuch speichert den elterlichen Geruch, der dann wiederum bei Abwesenheitsphasen der Eltern das Früh- oder Neugeborene beruhigt. Hierdurch wird wirkungsvoll auch das elterliche Gefühl der Hilflosigkeit gemindert.

    Welche Vorteile bietet ein Wickelbad*?

  • Verminderter physiologischer und motorischer Stress und verbesserte Zustandskontrolle
  • Verstärktes Teilnehmen der Eltern an der Pflege, gleichzeitig Aufbau von Kompetenz und Selbstvertrauen bei den Eltern
  • Verbesserte Fähigkeit zur Mitwirkung beim Füttern unmittelbar nach dem Bad
  • * Das Neugeborene wird beim Baden in ein Tuch gewickelt, um ihm so die Geborgenheit sowie räumlich begrenzte Verhältnisse wie im Mutterleib zu vermitteln

    Zusammenfassung

    Untersuchungen haben gezeigt, dass die Umsetzung eines entwicklungsfördernden Pflegeprotokolls folgende wesentliche Verbesserungen bringt:
    Hinweis: Demographische Faktoren und klinische Therapie blieben unverändert.

  • Erhöhte Gewichtszunahme
  • Weniger Krankheitsfälle
  • Schwere ROP von 14% auf 8% verringert
  • Schwere IVH von 11% auf 3% verringert
  • Frühere Entlassung des Kindes
  • Verringerung der Krankenhauskosten
  • Verbesserte Ergebnisse
  • Erhöhte Arbeitszufriedenheit des Personals
  • Die Beatmungstage wurden von 2351 Tagen in einer Gruppe von 419 Patienten auf 1898 Tage in einer Gruppe von 433 Patienten signifikant reduziert.
  • Bei allen Patientengruppen wurde die Aufenthaltsdauer verkürzt:
  • 24-27. Schwangerschaftswoche: Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes um 21 Tage
  • 28-30. Schwangerschaftswoche: Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes um 13 Tage
  • 31-34. Schwangerschaftswoche: Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes um 11 Tage

  • Entwicklungsfördernde Produkte


    B3 Better Bendy® Bumper

    Der mehrfach verwendbare B3 Better Bendy® Bumper ist eine biegsame Lagerungshilfe zur Unterstützung der muskulo-skeletalen Entwicklung des Säuglings. Die gleichzeitig gebotene räumliche Begrenzung braucht das Früh- bzw. Neugeborene, um sich sicher zu fühlen. Die permanente Außenhaut des Produktes besteht aus leicht zu reinigendem Polyurethan. Dank seines einzigartigen Designs behält der B3 Better Bendy® Bumper seine Form, bis die Pflegeperson sie verändert.
    SnuggleUp®

    SnuggleUp® ist ein weiches behagliches Babynest, das bei frühgeborenen und kranken Säuglingen zur richtigen Lagerung und physiologischen Stabilität beiträgt. Die gepolsterte Fußrolle und die weichen, verstellbaren Bänder erlauben Bewegungen und sorgen dabei für die richtige Lagerung und Beugung.
    Gel-E Donut®

    Mit Gel gefüllte Lagerungshilfen bieten dem Baby eine flexible Stützung und Polsterung. Alle Gelprodukte sind mit einem ungiftigen Gel gefüllt. Die Produkte der Squishon® Serie bestehen aus weichen, geschmeidigen Kissen, die den Kopf und/oder den Körper des Babys stützen. Das Gel-E Donut® trägt zur Reduktion von Druckstellen bei, die durch längere Unbeweglichkeit oder andere krankhafte Zustände hervorgerufen werden, bei denen Kontraindikationen für häufige Umlagerung bestehen. Das Wedgie™ ist ein keilförmiges Kissen, das eine flexible und doch stabile Stütze für alle Lagerungsbedürfnisse bietet.

    Frederick T. Frog™

    Frederick T. Frog™ ist eine vielseitig einsetzbare Sitzsack-Lagerungshilfe in Froschform, die eine entwicklungsfördernden Lagerung ermöglicht. Freddy T. Frog™ kann um Kopf, Nacken oder Hüften platziert oder zum Positionieren einer Extremität verwendet werden. Teile von Freddy T. Frog™ lassen sich für spezielle Lagerungsanforderungen separat formen und unterstützen so eine optimale Lagerung.

    Tiny Tub™

    Das entwicklungsfördernde Badesystem Tiny Tub™ bietet Eltern und Pflegekräften eine sichere und effektive Möglichkeit. Früh- und Neugeborene zu baden. Zu Tiny Tub™ gehört eine Badeunterlage aus Netzgewebe, die das Baby aufnimmt und mit einer leichten Erhebung ausgestattet ist, sodass das Kindsköpfchen sicher über Wasser bleibt.

    Schnullersortiment

    Children‘s Medical bietet ein komplettes Sortiment spezieller Schnuller an, die auf jede Wachstumsphase des Babys zugeschnitten sind. Die American Academy of Pediatrics empfiehlt die Verwendung eines Schnullers zum Schlafen für Babys bis zu einem Lebensjahr, um das Risiko von SIDS (plötzlichem Kindstod) zu verringern. Forschungsergebnisse haben bewiesen, dass Nicht-nutritives-Saugen (NNS) für Frühgeborene besondere Vorteile bietet:
    • deutliche Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes
    • besserer Erfolg beim Stillen
    Sweet-Ease®

    Sweet-Ease® ist eine 24%-ige Saccharose Wasser- Lösung. Die sterile Lösung wird in einem praktischen 11ml- Becher mit abziehbarem Deckel angeboten. Hier kann der Schnuller des Frühgeborenen eingetaucht oder der Inhalt auch per Pipette verabreicht werden. Sweet-Ease® enthält keine Konservierungsstoffe — Langzeitwirkungen durch Kumulation von Konservierungsstoffen sind daher vollständig ausgeschlossen.

    WeeSpecs Supreme®

    Die einteilige Konstruktion der vor Licht schützenden WeeSpecs Supreme® Lichtschutzmaske besteht aus einem sehr weichen, anschmiegsamen hypoallergenen Material und kann individuell angepasst werden. Der lnnenrahmen der Schutzbrille schließt sich um den Rand der Augenhöhle, wodurch der Druck auf den Augapfel verhindert wird. So können sich die Augen des Frühgeborenen auf natürliche Weise öffnen und schließen.

    IncuCover™

    IncuCover™ bietet Früh- und Neugeborenen eine abgedunkelte, schützende Umgebung. Das schwere Gewebe mit Herzaufdruck weist Licht ab und die neutral gefärbte Unterseite gestattet eine genaue Einschätzung von Hautfarbe und Durchblutung. Die Abdeckung lässt sich so einstellen, dass der Sichtzugang zum Säugling gewährleistet ist. Zusätzlich kann über diese Funktion ein Tag-Nacht-Rhythmus simuliert werden.

    Wee Sight®

    Mit dem Wee Sight® Venenfinder können die winzigen Venen in den kleinen Gliedmaßen von Früh- und Neugeborenen zur Vereinfachung des Legens eines venösen Zugangs genau lokalisiert werden. Die starke LED-Leuchte bringt dieselbe Leistung wie große Transilluminatoren, gibt jedoch keine Wärme ab und ist so selbst für empfindlichste Haut ungefährlich.

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